Westerland Jagdgenossenschaft
Seite drucken

Aufgrund des § 8 des Landesjagdgesetzes wir folgende Satzung erlassen:

§1 Name, Sitz und Aufsichtsbehörde
(1) Die Jagdgenossenschaft fĂŒhrt den Namen "Jagdgenossenschaft Westerland" Sie hat ihren Sitz in Sylt/OT Westerland und ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts.
(2) Aufsichtsbehörde ist der Landrat des Kreises Nordfriesland als untere Jagdbehörde.

§2 Mitgliedschaft
(1) Mitglieder der Jagdgenossenschaft sind die jeweiligen EigentĂŒmerinnen und EigentĂŒmer der zum gemeinschaftlichen Jagdbezirk gehörenden bejagbaren GrundstĂŒcke (Jagdgenossinnen und Jagdgenossen).
(2) Die zum Jagdbezirk gehörenden bejagbaren GrundstĂŒcke, sowie deren jeweilige EigentĂŒmer werden in einem Genossenschaftskataster aufgefĂŒhrt. Das Genossenschaftskataster wird vom Jagdvorstand aufgestellt und auf dem Laufenden gehalten. EigentumsĂ€nderungen, FlĂ€chenverĂ€nderungen und Änderungen der Bankverbindung haben die Mitglieder unverzĂŒglich dem Vorstand mit­ zuteilen und nachzuweisen.
(3) GrundstĂŒcke, die auf der Grundlage von § 6a des Bundesjagdgesetzes (Befriedung von GrundflĂ€chen aus ethischen GrĂŒnden) als befriedet erklĂ€rt worden sind, werden weiterhin im Genossenschaftskataster gefĂŒhrt. Deren EigentĂŒmerinnen und EigentĂŒmer sind fĂŒr die Zeit der Befriedung nicht Mitglied der Jagdgenossenschaft.
(4) Die Mitglieder der Jagdgenossenschaft sind berechtigt, zu allen fĂŒr die Jagdgenossenschaft wichtigen Angelegenheiten, insbesondere zur Satzung, zum Genossenschaftskataster, zum Jagdpachtvertrag, zum Verteilungsplan und zur Beitragsliste, Auskunft und Akteneinsicht von der Jagdgenossenschaft zu verlangen.

§3 Aufgaben
(1) Die Jagdgenossenschaft hat die Aufgabe, das ihr zustehende JagdausĂŒbungsrecht im Interesse der Mitglieder zu verwalten und zu nutzen. Sie hat nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen und der JagdpachtvertrĂ€ge fĂŒr den Ersatz der den Mitgliedern entstehenden WildschĂ€den zu sorgen.
(2) Sie kann zur ErfĂŒllung ihrer Aufgaben von den Mitgliedern Umlagen nach dem VerhĂ€ltnis der FlĂ€chengrĂ¶ĂŸe der bejagbaren GrundstĂŒcke erheben.

§4 Organe
Organe der Jagdgenossenschaft sind die Genossenschaftsversammlung und der Jagdvorstand.

§5 Genossenschaftsversammlung
(1) Die Genossenschaftsversammlung ist die Versammlung der anwesenden und vertretenen Mitglieder. Sie ist nicht öffentlich. Dritte können teilnehmen, wenn die Genossenschaftsversammlung dies beschließt. Vertreterinnen und Vertretern der Jagdbehörden ist die Anwesenheit jederzeit gestattet; ihnen ist auf Antrag das Wort zu erteilen.
(2) Die Genossenschaftsversammlung beschließt ĂŒber alle fĂŒr die Jagdgenossenschaft wichtigen Angelegenheiten; insbesondere ĂŒber a.die Satzung und deren Änderungen,
b.die Wahl und die Abberufung des Jagdvorstandes,
c.AntrÀge auf Abrundung, Zusammenlegung und Teilung des gemeinschaftlichen Jagdbezirkes,
d.die Art der Jagdnutzung des gemeinschaftlichen Jagdbezirkes,
e.die Einholung von Angeboten zur Verpachtung und die Pachtbedingungen,
f.die Erteilung des Zuschlages bei der Jagdverpachtung,
g.die Änderung, VerlĂ€ngerung und Beendigung laufender JagdpachtvertrĂ€ge,
h.die Verwendung des Reinertrages der Jagdnutzung, i) die Erhebung und Verwendung von Umlagen
i.die Wahl von zwei KassenprĂŒferinnen oder KassenprĂŒfern fĂŒr jeweils zwei Jahre, die RechnungsprĂŒfung und die Entlastung des Jagdvorstandes.
j.die Beauftragung kostenpflichtiger rechtlicher Beratung oder Vertretung und die Erhebung von Klagen

§6 DurchfĂŒhrung der Genossenschaftsversammlung
(1) Innerhalb von zwei Jahren findet mindestens eine Genossenschaftsversammlung statt. Außerordentliche Versammlungen sind von der Jagdvorsteherin oder dem Jagdvorsteher einzuberufen, wenn dieses von wenigstens einem Viertel der stimmberechtigten Personen unter Angabe der GrĂŒnde schriftlich verlangt wird.
(2) Alle Versammlungen sind von der Jagdvorsteherin oder dem Jagdvorsteher unter Angabe der Tagesordnung mit einer Frist von mindestens zwei Wochen durch Bekanntgabe gem. § 11 Abs. 2 einzuberufen. Die Jagdvorsteherin oder der Jagdvorsteher leitet die Versammlung.

§7 Beschlussfassung der Jagdgenossenschaft
(1) Die Genossenschaftsversammlung ist beschlussfĂ€hig, wenn mindestens ein Zehntel der stimmberechtigten Mitglieder vertreten sind. Bei BeschlussunfĂ€higkeit ist eine erneute Versammlung einzuberufen, die ohne RĂŒcksicht auf die Zahl der vertretenen Stimmen beschlussfĂ€hig ist. Die Einladung zu dieser Versammlung kann mit der ursprĂŒnglichen Einladung verbunden werden.
(2) BeschlĂŒsse ĂŒber der Genossenschaftsversammlung vorbehaltene Angelegenheiten nach § 5 dĂŒrfen nur gefasst werden, wenn sie in der Tagesordnung gemĂ€ĂŸ § 6 Abs. 2 aufgefĂŒhrt sind. Es darf hierĂŒber nicht mehrfach wĂ€hrend einer Versammlung abgestimmt werden.
(3) BeschlĂŒsse der Jagdgenossenschaft und Wahlen bedĂŒrfen sowohl der Mehrheit der anwesenden und vertretenen Mitglieder als auch der Mehrheit der bei der Beschlussfassung vertretenen GrundflĂ€che. Mitglieder, die sich bei der Beschlussfassung der Stimme enthalten, sind bei der Feststellung der Zahl der anwesenden und vertretenen Mitglieder zu berĂŒcksichtigen. Bei Stimmengleichheit kommt kein Beschluss zustande.
(4) Die Beschlussfassung erfolgt in der Regel durch offene Abstimmung. Eine Abstimmung durch Stimmzettel ist durchzufĂŒhren, wenn dies von einem Viertel, der bei der Beschlussfassung anwesenden Mitglieder beantragt wird. Die Beschlussfassung ĂŒber die Auskehrung des Reinertrages an die Jagdgenossen (§ 10 Abs. 3) erfolgt in jedem Fall durch offene Abstimmung.
(5) In der Genossenschaftsversammlung kann sich jedes Mitglied durch ein anderes volljĂ€hriges Mitglied der Jagdgenossenschaft, den Ehegatten, die eingetragene Lebenspartnerin oder den eingetragenen Lebenspartner, einen volljĂ€hrigen Verwandten in gerader Linie oder in der Seitenlinie bis zum 3. Grad oder eine im stĂ€ndigen Dienst des Vertretenen beschĂ€ftigte, volljĂ€hrige Person vertreten lassen. Es bedarf hierzu einer schriftlichen Vollmacht. Mehr als drei Vollmachten pro Person sind nicht zulĂ€ssig. Die von einem BevollmĂ€chtigten vertretene GrundflĂ€che darf einschließlich seiner eigenen GrundflĂ€che ein Drittel der GesamtflĂ€che des Gebietes der Jagdgenossenschaft nicht ĂŒberschreiten. Die SĂ€tze 1 bis 4 gelten nicht fĂŒr die vertretungsberechtigten Organe einer juristischen Person und die gesetzlichen Vertreter oder gesetzliche Vertreter oder Vertreterin eines Mitglieds der Jagdgenossenschaft. In diesen FĂ€llen können der Vertreter oder die Vertreterin ihrerseits einen BevollmĂ€chtigten unter Beachtung der SĂ€tze 1 bis 4 bestellen.
(6) Mitglieder sowie ihre Vertretung dĂŒrfen in sĂ€mtlichen Angelegenheiten beratend oder entscheidend mitwirken und wĂ€hrend der Beratung und Entscheidung anwesend sein, auch dann, wenn die Entscheidung ihnen selbst einen unmittelbaren Vorteil oder Nachteil bringen kann.
(7) Jedes Mitglied der Jagdgenossenschaft hat eine Stimme. Bei GrundstĂŒcken, die im Miteigentum oder Gesamthandseigentum mehrerer Personen stehen, kann das Stimmrecht nur einheitlich mit einer Stimme ausgeĂŒbt werden. Abwesende MiteigentĂŒmerinnen, MiteigentĂŒmer, GesamthandseigentĂŒmerinnen und GesamthandseigentĂŒmer gelten als durch die anwesenden Mit- oder GesamthandseigentĂŒmerinnen oder -eigentĂŒmer vertreten.
(8) Über die BeschlĂŒsse der Jagdgenossenschaft ist eine Niederschrift zu fertigen. Aus ihr muss hervorgehen, wie viele Mitglieder sowie Vertreterinnen oder Vertreter anwesend waren und welche GrundflĂ€che von Ihnen vertreten wurde, ferner wie viele Personen fĂŒr die Beschlussfassung stimmten und wie groß die von diesen vertretene FlĂ€che war. Die Niederschrift ist von der Jagdvorsteherin oder dem Jagdvorsteher und von der SchriftfĂŒhrerin oder dem SchriftfĂŒhrer zu unterzeichnen. Eine Ausfertigung der Niederschrift ist der Jagdbehörde innerhalb von drei Wochen nach der Genossenschaftsversammlung zur VerfĂŒgung zu stellen.

§8 Jagdvorstand
(1) Der Jagdvorstand besteht aus der Jagdvorsteherin oder dem Jagdvorsteher als Vorsitzende oder Vorsitzenden und zwei weiteren Vorstandsmitgliedern. Im Rahmen der Wahl wird festgelegt, welche Personen die Aufgaben der stĂ€ndigen Vertretung der Jagdvorsteherin oder des Jagdvorstehers, der SchriftfĂŒhrung und der KassenfĂŒhrung ĂŒbernehmen. FĂŒr die beiden weiteren Vorstandsmitglieder werden insgesamt zwei Stellvertreterinnen oder Stellvertreter gewĂ€hlt. Die Mitglieder des Jagdvorstandes und die Stellvertreterinnen oder Stellvertreter mĂŒssen selbst nicht Jagdgenosse sein.
(2) Die Amtszeit des Jagdvorstandes betrĂ€gt vier Jahre. Sie beginnt mit dem auf die Wahl folgenden GeschĂ€ftsjahr(§ 10 Abs. 2 Satz 2), es sei denn, dass im Zeitpunkt der Wahl kein gewĂ€hlter Jagd­ vorstand vorhanden ist; in diesem Fall beginnt sie mit der Wahl und verlĂ€ngert sich um die Zeit von der Wahl bis zum Beginn des nĂ€chsten GeschĂ€ftsjahres. Die Amtszeit verlĂ€ngert sich bis zur Wahl eines neuen Jagdvorstandes um höchstens drei Monate, wenn innerhalb der letzten drei Monate vor dem Ende der satzungsmĂ€ĂŸigen Amtszeit mindestens eine Genossenschaftsversammlung stattgefunden hat und es in dieser nicht zur Wahl eines neuen Jagdvorstandes gekommen ist. Beim vorzeitigen Ausscheiden einer im Absatz 1 genannten Person ist in der nĂ€chsten Versammlung der Jagdgenossenschaft, spĂ€testens jedoch innerhalb eines Jahres nach dem Ausscheiden, fĂŒr den Rest der Amtszeit eine Ersatzwahl vorzunehmen.
(3) Die Mitglieder des Jagdvorstandes sind ehrenamtlich tĂ€tig. Sie können fĂŒr ihre baren Auslagen, soweit sie angemessen und unabweisbar notwendig sind, Ersatz verlangen.
(4) Der Jagdvorstand vertritt die Jagdgenossenschaft gerichtlich und außergerichtlich. Er verwaltet ihre Angelegenheiten und ist an die BeschlĂŒsse der Genossenschaftsversammlung gebunden. Soll die Jagdgenossenschaft durch den Abschluss von VertrĂ€gen oder sonst durch Abgabe von WillenserklĂ€rungen verpflichtet werden, so sind dazu nur sĂ€mtliche Mitglieder des Jagdvorstandes gem. Abs. 1 Satz 1 gemeinsam befugt. Im Übrigen kann der Vorstand einzelnen Mitgliedern durch Mehrheitsbeschluss Vertretungsvollmacht erteilen. Beim Abschussplan genĂŒgt die alleinige Unterschrift der Jagdvorsteherin oder des Jagdvorstehers.
(5) Der Jagdvorstand hat insbesondere folgende Aufgaben zu erfĂŒllen: a.das Anlegen und FĂŒhren des Genossenschaftskatasters sowie der Stimmliste,
b.die Einberufung und Leitung der Genossenschaftsversammlung durch die Jagdvorsteherin oder den Jagdvorsteher,
c.die AusfĂŒhrung der GenossenschaftsbeschlĂŒsse,
d.die FĂŒhrung der KassengeschĂ€fte und des Schriftverkehrs,
e.die Aufstellung und Vorlage des Haushaltsplanes und die Vorlage der Jahresrechnung,
f.die Aufstellung des Verteilungsplanes und der Beitragsliste,
g.die Vornahme von Bekanntmachungen und Bekanntgaben.

§9 Sitzungen des Jagdvorstandes
(1) Der Jagdvorstand tritt auf Einladung der Jagdvorsteherin oder des Jagdvorstehers nach Bedarf zusammen. Er muss einberufen werden, wenn ein Mitglied des Jagdvorstandes dies schriftlich beantragt. Der Jagdvorstand ist beschlussfĂ€hig, wenn drei Mitglieder anwesend sind. Er fasst seine BeschlĂŒsse in nicht öffentlicher Sitzung mit der Mehrheit der Stimmen.
(2) Ein Mitglied des Jagdvorstandes darf in sÀmtlichen Angelegenheiten beratend oder entscheidend mitwirken und wÀhrend der Beratung und Entscheidung anwesend sein, auch dann, wenn die Entscheidung ihm selbst einen unmittelbaren Vorteil oder Nachteil bringen kann.
(3) In Angelegenheiten, die der Beschlussfassung durch die Genossenschaftsversammlung vorbehalten sind (§ 5), entscheidet der Jagdvorstand, falls die Erledigung keinen Aufschub duldet. In diesen FĂ€llen hat die Jagdvorsteherin oder der Jagdvorsteher unverzĂŒglich die Zustimmung der Genossenschaftsversammlung einzuholen. Diese kann die Dringlichkeitsentscheidung aufheben, soweit nicht schon Rechte Dritter entstanden sind.
(4) Über BeschlĂŒsse des Jagdvorstandes ist eine Niederschrift zu fertigen und von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu unterzeichnen.

§ 10 Anteil an Nutzungen und Lasten
(1) Der Anteil der Mitglieder an den Nutzungen und Lasten richtet sich nach dem VerhĂ€ltnis der FlĂ€chen ihrer bejagbaren GrundstĂŒcke im Jagdbezirk.
(2) Zur Feststellung des Anteils der Mitglieder stellt der Jagdvorstand fĂŒr jedes Jagdjahr einen Verteilungsplan oder eine Beitragsliste auf. GeschĂ€ftsjahr der Jagdgenossenschaft ist das Jagdjahr (1. April bis 31. MĂ€rz). Die Bekanntgabe ĂŒber die Aufstellung und die Möglichkeit der Einsichtnahme erfolgt gem. § 11 Abs. 2.
(3) Beschließt die Genossenschaftsversammlung, den Reinertrag nicht an die Mitglieder zu verteilen, so kann jedes Mitglied, das dem Beschluss nicht zugestimmt hat, sich der Stimme enthalten hat oder nicht anwesend war, binnen eines Monats nach Bekanntmachung der Beschlussfassung schriftlich die Auszahlung seines Anteils verlangen. Mitglieder, die dem Beschluss ĂŒber die anderweitige Verwendung des Reinertrages der Jagdnutzung zugestimmt haben, sind in der Niederschrift namentlich aufzufĂŒhren. Der Jagdvorstand hat den Beschluss gem. § 11 Abs. 2 bekannt zu geben.
(4) Ist die Auszahlung aus GrĂŒnden unterblieben, die von dem betroffenen Mitglied zu vertreten sind, erlischt der Anspruch auf Auszahlung sechs Monate nach Bekanntgabe des Verteilungsplanes.

§ 11 Bekanntmachungen und Bekanntgaben
(1) Örtliche Bekanntmachungen der Jagdgenossenschaft erfolgen durch Bereitstellung im Internet unter der Adresse westerland.jagdgenossenschaft.info
Bei Bekanntmachungen von Satzungen und SatzungsÀnderungen wird in den
„Sylter Rundschau“ unter Angabe der Internetadresse auf die Bekanntmachung  hingewiesen.

(2) Sonstige Bekanntgaben fĂŒr die Mitglieder der Jagdgenossenschaft werden entweder in Papierform ĂŒbermittelt oder im Internet unter der Adresse westerland.jagdgenossenschaft.info bereitgestellt.

§ 12 Inkrafttreten
Diese Satzung tritt mit dem Tage nach ihrer Bekanntmachung in Kraft. Gleichzeitig tritt die bisherige
Satzung vom 09.03.1994 außer Kraft.

Vorstehende  Satzung ist in der Genossenschaftsversammlung vom 26.11.2014 in der 9 Genossen mit einer GrundflĂ€che von 176.757 ha vertreten waren, beschlossen worden.

Ausgestellt am 27.11.2014